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Teilhabe statt Ausgrenzung - Lebenshilfe sagt geplanten Gesetzen den Kampf an

Mit dem Bundesteilhabegesetz und Pflegestärkungsgesetz III drohen massive Verschlechterungen für Menschen mit geistiger Behinderung – Petition heute gestartet

07.07.2016 - Berlin. „Bundesteilhabegesetz und Pflegestärkungsgesetz III können so nicht bleiben.“ Das teilt Ulla Schmidt mit, die Bundesvorsitzende der Lebenshilfe und Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages. „Das Reformpaket“, so Ulla Schmidt weiter, „enthält zwar einige Fortschritte, die auf langjährigen Forderungen der Lebenshilfe beruhen, aber die drohenden Verschlechterungen für Menschen mit geistiger Behinderung sind inakzeptabel. Besonders die Ausweitung des Ausschlusses von Leistungen der Pflegeversicherung ist eine Diskriminierung von Menschen, die als Versicherte Beiträge zahlen!“

Die Lebenshilfe mit ihren über 500 örtlichen Vereinigungen und 130.000 Mitgliedern startet daher eine bundesweite Protest- und Aufklärungskampagne und ruft dazu auf, eine Petition zu den Gesetzentwürfen zu unterzeichnen. Das Motto lautet #TeilhabeStattAusgrenzung; Ziel ist es, die Forderungen der Lebenshilfe für gute Teilhabe und Pflege den Abgeordneten und der breiten Öffentlichkeit deutlich zu machen. Ulla Schmidt: „Wir wissen, dass diese sozialpolitischen Großvorhaben für viele Außenstehende sehr kompliziert sind. Wir werden es jedoch nicht zulassen, dass am Ende die Schwächsten, die Menschen mit geistiger Behinderung, als Verlierer dastehen. Wir müssen allen klarmachen, was die Folgen dieser Gesetze sind. Und wir werden für ein Bundesteilhabegesetz kämpfen, das diesen Namen auch verdient!“

Das Bundesteilhabegesetz regelt die Eingliederungshilfe neu. Von den derzeit rund 860.000 Beziehern der Eingliederungshilfe hat die Mehrheit – über eine halbe Million – eine geistige Behinderung.


Bleibt die Reform so, wie sie ist, hat das laut der Lebenshilfe schwerwiegende Auswirkungen: Manche Menschen mit geistiger Behinderung müssen fürchten, ganz aus dem Hilfesystem herauszufallen. Anderen droht, dass sie gegen ihren Willen mit anderen zusammen wohnen müssen oder in Pflegeeinrichtungen abgeschoben werden. Wieder andere müssen bangen, ihr Zuhause zu verlieren, weil ihre Wohnstätte nicht mehr ausreichend finanziert wird und schließen muss.


Die Lebenshilfe fordert daher, dass …

  1. … Menschen mit Behinderung und Pflegebedarf künftig nicht von den Leistungen der Pflegeversicherung ausgeschlossen werden. Umgekehrt darf ihnen auch nicht die Eingliederungshilfe verwehrt werden, weil sie neben ihrer geistigen Behinderung einen Pflegebedarf haben. Sie brauchen für Teilhabe beide Formen der Unterstützung. Der Verschiebebahnhof zwischen Eingliederungshilfe und Pflege muss aufhören!
  2. … der Zugang zu den Leistungen der Eingliederungshilfe nicht so begrenzt wird, dass Menschen, die in weniger als fünf Lebensbereichen Einschränkungen aufweisen, von den Leistungen ausgeschlossen werden. Eine solche Hürde ist zu hoch!
  3. … Menschen mit Behinderung nicht gezwungen werden können, gemeinsam mit anderen Leistungen in Anspruch zu nehmen. Das ist das Gegenteil von Selbstbestimmung und führt zu Ausgrenzung statt Teilhabe!
  4. … die Kosten der Unterkunft für das Wohnen in Wohnstätten nicht willkürlich begrenzt werden. Wenn das Wirklichkeit wird, droht vielen Wohnstätten für Menschen mit geistiger Behinderung das finanzielle Aus, und die dort lebenden Menschen verlieren ihr Zuhause!
  5. … auch Menschen mit einer geistigen Behinderung nicht von den verbesserten Regelungen zur Heranziehung ihres Vermögens ausgeschlossen werden. Sie haben ein Recht auf ein Sparbuch!

Hier gibt es die Petition der Lebenshilfe #TeilhabeStattAusgrenzung


Peer Brocke

Bundesvereinigung Lebenshilfe e.V.
Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Abteilung Kommunikation
Leipziger Platz 15, 10117 Berlin
Telefon 030 / 20 64 11 -140, Fax -280
E-Mail: peer.brocke@lebenshilfe.de
Internet: www.lebenshilfe.de


Teilhabe nicht in Pflege und Sozialhilfe verschieben

Kritik bei der heutigen Anhörung zum dritten Pflegestärkungsgesetz

30.05.2016 - Berlin. „Menschen mit Behinderung sind Versicherte in der Pflegeversicherung und müssen daher vollen Zugang zu ihren Leistungen haben“, fordert Ulla Schmidt, Vizepräsidentin des Deutschen Bundestages und Bundesvorsitzende der Lebenshilfe. „Es ist überaus enttäuschend, dass erneut die Chance einer umfassenden Regelung der Schnittstelle verpasst wurde. Mit dem geplanten Pflegestärkungsgesetz III wird nicht nur die defizitäre Regelung im stationären Bereich fortgeschrieben, sondern zusätzlich die Situation im ambulanten Bereich verschlechtert.“

Für die Schnittstelle von Eingliederungshilfe und Pflege gilt: Menschen mit Behinderung sind häufig auf beide Leistungen angewiesen. Die Eingliederungshilfe sichert die Teilhabe behinderter Menschen an der Gesellschaft ab, daher ist sie die umfassendere Leistung. Grundlage für die Teilhabe ist, Pflegebedarfe zu decken, daher muss der Zugang zu Leistungen der Pflegeversicherung bestehen.

Bisher können Menschen mit Behinderung, die allein oder zu mehreren in einer Wohnung wohnen, neben Eingliederungshilfe auch Leistungen der Pflegeversicherung in Anspruch nehmen. Der Umfang richtet sich dabei nach dem Grad der Pflegebedürftigkeit. Zukünftig droht unter anderem durch unklare Regelungen, dass Leistungen für behinderte Menschen vermehrt in die Sozialhilfe verschoben werden – dies widerspricht dem Grundsatz, dass Teilhabe vor Pflege geht.

„Im Pflegestärkungsgesetz ebenso wie im geplanten Bundesteilhabegesetz wurde versäumt, die Schnittstelle eindeutig zu regeln. Damit drohen viele Streitigkeiten vor Ort, wer nun die Unterstützung für Menschen mit Behinderung übernimmt. Das ist nicht zukunftsweisend, sondern eine Zumutung für die betroffenen Menschen“, kritisiert Ulla Schmidt.


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Bundesvereinigung Lebenshilfe e.V.
Referent für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Abteilung Kommunikation
E-Mail: peer.brocke@lebenshilfe.de


Vorfreude auf Fussball-Turnier und Sommerfest

Lebenshilfe-Team mit letztem Training vor dem Fussball-Fest

Fussball-Sommer in Auerbach

Das Team steht, die Motivation stimmt und das letzte Training vor dem großen Turnier hat viel Spaß gemacht. Auf dem Weg zum Lebenshilfe Fußballfest 2016 hat die Mannschaft der Lebenshilfe Auerbach die heiße Vorbereitungsphase eingeläutet. Dabei trainierten die Kicker auf Einladung des VfB Auerbach im Stadiongelände des Regionalligisten.
Für Trainer Gerald Päßler eine tolle Sache: "Normalerweise spielen wir ja in der Halle. Da aber das Turnier draußen ist, war es schon wichtig, mal auf dem Rasen zu trainieren." Bei strahlendem Sonnenschein waren alle mit großem Eifer bei der Sache "Wir haben eine

gute Mischung aus Bewohnern, Mitarbeitern und Vereinsmitgliedern. Da wir nun schon seit zwei Jahren zusammen spielen, merkt man auch, das das Spielverständnis untereinander besser wird."
Wie beim Training wird es auch beim Turnier eine Spielgemeinschaft mit der Diakonie Auerbach geben. "Die Jungs kennen sich durch die Arbeit in der Werkstatt in Rebesgrün, ist doch klar, dass wir da auch beim Fußball gemeinsame Sache machen", sagt Heiko Stäck, der die Diakonie-Fußballer betreut. "Gemeinsam sind wir eine echt gute Truppe"
Thomas Günther, Aufsichtsratsvorsitzender des Lebenshilfe e.V. und Torwart des Teams, freut sich ebenfalls schon auf den 11. Juni "Man merkt, wie alle dem Turnier entgegen fiebern. Sie wollen sich endlich wieder gegen andere Mannschaften beweisen." Ein Spaziergang wird es laut Thomas Günther aber nicht werden - ganz gleich auf wen man trifft: “Die Konkurrenz ist groß und garantiert gut vorbereitet, da müssen wir dran bleiben!“

150 Mio. Euro für den Ausbau von Integrationsunternehmen

Derzeit werden Integrationsbetriebe bundesweit mit 68 Millionen Euro aus Mitteln der Ausgleichabgabe gefördert. Mit einem dreijährigen Sonderprogramm sollen nun zusätzlich 50 Millionen Euro pro Jahr bereitgestellt werden. Mit einem Gesamtvolumen von 150 Millionen Euro soll damit die Zahl der Integrationsfirmen in den nächsten Jahren verdoppelt und insgesamt etwa 4.500 neue Arbeitsplätze in Integrationsunternehmen geschaffen werden.

Die genauen Förderrichtlinien des Sonderprogramms werden für Anfang 2016 erwartet. Förderbeginn ist voraussichtlich Frühjahr 2016.

Mit „Integrationsbetriebe fördern – neue Chancen für schwerbehinderte Menschen auf dem ersten Arbeitsmarkt eröffnen“ stellte die Regierungskoalition unter Federführung von Kerstin Tack (SPD) und Uwe Schummer (CDU) im Deutschen Bundestag einen Antrag zur Verbesserung des Förderumfeldes für Integrationsunternehmen vor. Der Antrag wurde Ende September 2015 beschlossen und enthält das Vorhaben, einer Anschubfinanzierung in Höhe von 150 Mio. Euro in den nächsten drei Jahren für neue Plätze in Integrationsunternehmen aus den Bundesmitteln der Ausgleichsabgabe.

Außerdem sollen folgende Punkte geprüft werden:

  • die Erweiterung des Personenkreises, der in Integrationsbetrieben Beschäftigten um die Zielgruppe langzeitarbeitsloser schwerbehinderter Menschen
  • die Ermöglichung einer Förderung von „Zuverdienstbeschäftigung“
  • die besondere Berücksichtigung von Integrationsbetrieben bei der Vergabe öffentlicher Aufträge
  • den Ausbau von Gesundheitsförderung in Integrationsunternehmen und
    die Verbesserung der Weiterbildung in Integrationsunternehmen.

Bundesweit existieren 800 Integrationsunternehmen mit 25.000 Arbeitnehmern, 11.000 sind schwerbehindert. Im Schnitt beschäftigt eine Integrationsfirma 23 Arbeitnehmer. Die Beschäftigungsquote von schwerbehinderten Mitarbeitern liegt zwischen 25 und 40 Prozent.
Weitere Informationen finden Sie auf der Homepage der BAG IF unter:
www.bag-if.de.


Entwurf eher Absichtserklärung

Stellungnahme der Fachverbände für Menschen mit Behinderung zum Referentenentwurf eines Gesetzes zur Weiterentwicklung des Behindertengleichstellungsrechts

Dezember 2015 - Die Fachverbände für Menschen mit Behinderung begrüßen, dass es eine Novellierung des BGG gibt. Der Referentenentwurf beinhaltet zudem viele Aspekte, die die Fachverbände seit langem gefordert haben: so haben u. a. die angemessenen Vorkehrungen im Einzelfall, die Leichte Sprache und eine Fachstelle für Barrierefreiheit Aufnahme in den Gesetzesentwurf gefunden. In der Gesamtbetrachtung stellen die Fachverbände jedoch fest, dass durch den Einbau vieler Finanzierungsvorbehalte, unbestimmter Rechtsbegriffe, Soll-Vorschriften und Einschränkungen, das Gesetz eher eine Absichtserklärung geworden ist als ein Gesetz, das aus Sicht der Menschen mit Behinderung konkrete Ansprüche samt Rechtsfolgen schafft. Hier finden Sie die Stellungnahme


Neues Brandschutz-Poster in Leichter Sprache jetzt erhältlich

Die "Mission Sicheres Zuhause" hat in Kooperation mit Partnern - u.a. mit der Bundesvereinigung Lebenshilfe - ein neues Poster zum Brandschutz herausgebracht. Es ist in Leichter Sprache und richtet sich direkt an Menschen mit Behinderung. Das Poster kann hier heruntergeladen werden. http://www.mission-sicheres-zuhause.de/index.php/WebShop/poster-es-brennt-in-meinem-zimmer-es-brennt-vor-meiner-Wohnung

 

Umsetzung der UN-BRK in Deutschland erstmals vom Fachausschuss geprüft

Berlin 27.03.2015

Der UN-Fachausschuss für die Rechte der Menschen mit Behinderungen hat am 26. und 27. März den deutschen Staatenbericht zur Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention in Deutschland geprüft. Am 27. März endete die insgesamt 6-stündige Prüfung, in der die Mitglieder des Ausschusses die deutsche Staatendelegation zu nahezu allen Artikeln der UN-BRK befragten.

Lesen Sie hier die aktuellen Informationen der Monitoring-Stelle dazu: http://www.institut-fuer-menschenrechte.de/aktuell/news/meldung/article/umsetzung-der-un-brk-in-deutschland-erstmals-vom-fachausschuss-geprueft-ausschuss-ueber-sonderstru/



ALLENSBACH-STUDIE

Der Weg zur gleichberechtigten Teilhabe am gesellschaftlichen Leben ist noch weit

Das zeigt eine repräsentative Allensbach-Umfrage im Auftrag der Bundesvereinigung Lebenshilfe mehr als fünf Jahre nach In-Kraft-Treten der UN-Behindertenrechtskonvention (UN-BRK). Der Studie zu Folge hat jeder fünfte Bürger (22 Prozent) Kontakt zu Menschen mit einer geistigen Behinderung, sei es in der eigenen Familie, dem Verwandten- oder Bekanntenkreis. Weiten Teilen der Bevölkerung ist die UN-BRK als Auslöser für die Inklusionsdebatte weitgehend unbekannt. Nur 22 Prozent der Bevölkerung haben von der UN-BRK gehört. Hier kommen Sie zu den weiteren Umfrageergebnissen:


Inklusion wird zum Staatsziel

Schleswig-Holstein hat eine neue Landesverfassung

Der Landtag in Kiel hat Anfang Oktober 2014 mit Zwei-Drittel-Mehrheit eine in zahlreichen Punkten reformierte Landesverfassung beschlossen. Redner aller Parteien lobten, dass die Inklusion von Menschen mit und ohne Behinderung jetzt Verfassungsrang hat und damit nicht nur für den Bildungsbereich gilt. Als Grundlage werden in der reformierten Landesverfassung einzig die Menschenrechte genannt. Die neue Verfassung soll der Lebenswirklichkeit der Menschen näher kommen und mehr demokratische Beteiligungsmöglichkeiten bieten. So gelten künftig niedrigere Hürden für Volksbegehren und Volksentscheide. Das Land schützt außerdem die digitale Privatsphäre.


Regelbedarfsstufe 3

Grundsicherungsämter setzen bislang Entscheidung des Bundessozialgerichts nicht um

Die Bundesvereinigung der Lebenshilfe informiert in ihrem aktuellen Newsletter vom 08.10.2014 zur derzeitigen Verwaltungspraxis im Zusammenhang mit der Regelbedarfsstufe 3:


Am 23.07.2014 hat das Bundessozialgericht (BSG) entschieden, dass grundsätzlich auch Menschen mit Behinderung, die bei Angehörigen leben und Grundsicherung beziehen, Anspruch auf den vollen Regelsatz haben können. Diese Entscheidung wird derzeit von den Sozialbehörden jedoch noch nicht umgesetzt, sondern weiterhin der verminderte Betrag der Regelbedarfsstufe 3 ausgezahlt. 

Es ist davon auszugehen, dass Grundsicherungsempfänger bis auf weiteres für zukünftige Leistungszeiträume in die Regelbedarfsstufe 3 eingruppiert werden. Dagegen können Sie weiterhin Widerspruch einlegen. Nach der Ankündigung des BMAS (siehe oben) wird dieser mit Ihrem Einverständnis ruhend gestellt werden, bis die Entscheidungsgründe des BSG vorliegen. Ihre rechtlichen Möglichkeiten für bereits vergangene Leistungszeiträume haben wir hier zusammengefasst. Dort finden Sie auch Musterschreiben an die Grundsicherungsämter. Auch hier werden die Widersprüche, Klagen und Überprüfungsanträge mit Ihrem Einverständnis zunächst ruhend gestellt werden.

Hintergrund ist zunächst, dass die Urteilsgründe noch nicht vorliegen. Das BSG hat fünf Monate Zeit, das Urteil schriftlich abzufassen. Es ist wahrscheinlich, dass das BSG diese Zeit auch ausschöpfen wird, so dass mit den Gründen kurz vor Weihnachten zu rechnen ist. Das Bundesministerium für Arbeit und Soziales (BMAS) hat in einem Rundschreiben (pdf - 49.6 KB) Vorlesen an die Grundsicherungsämter vom 08.08.2014 angekündigt, dass es ebenfalls die Urteilsgründe abwarten wird und dann eine Verwaltungsanweisung an die Grundsicherungsämter erlassen wird, wie mit der Entscheidung umzugehen ist.

Bis dahin sind die Grundsicherungsämter gehalten, weiterhin die Regelbedarfsstufe 3 zuzuerkennen. Es bestehe kein Anlass, bestehende Bewilligungsbescheide anzupassen. Laufende oder eingehende Widerspruchs- und Klageverfahren seien zunächst darauf zu überprüfen, ob angesichts der konkreten Haushaltssituation im Einzelfall eine abweichende Regelsatzfestsetzung in Betracht komme. Sei dies nicht der Fall, seien Widerspruchs- und Klageverfahren bis zum Vorliegen der Entscheidungsgründe ruhend zu stellen. Bei entsprechenden Überprüfungsverfahren sei ebenso zu verfahren.

Die Bundesvereinigung Lebenshilfe empfiehlt grundsätzlich, sich mit dem Ruhendstellen einverstanden zu erklären. Es ergibt Sinn, auf die vollständige Entscheidung des BSG zu warten. Solange Sie Widerspruch (bzw. bereits Klage) eingelegt oder einen Überprüfungsantrag gestellt haben, entstehen Ihnen durch das Ruhendstellen keine Nachteile.

Bitte beachten Sie, dass Bescheide über die Grundsicherung jedoch nicht automatisch abgeändert werden. Überprüfungsanträge sowie Widerspruch gegen zwischenzeitlich eingehende Bescheide sollten Sie daher unbedingt weiterhin formulieren!


Diese Information wurde mit größter Sorgfalt erstellt. Dennoch können Irrtümer nicht ausgeschlossen werden. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit des Inhalts kann daher keine Gewähr übernommen werden; eine Haftung wird ausgeschlossen.


Bundessozialgericht Urteilt zugunsten von Menschen mit Behinderung – Lebenshilfe begrüßt Entscheidung zur Regelbedarfsstufe 3

Kassel. Menschen mit Behinderung werden durch eine Eingruppierung in die Regelbedarfsstufe 3 benachteiligt. Das hat heute das Bundessozialgericht (BSG) in Kassel entschieden und ist damit der Einschätzung der Bundesvereinigung Lebenshilfe gefolgt. Die Lebenshilfe setzt sich seit 2011 für die Abschaffung der Regelbedarfsstufe 3 ein.

Das BSG hat nun der generellen Einstufung von Menschen mit Behinderung, die bei Angehörigen leben, in die Regelbedarfsstufe 3 eine Absage erteilt (Aktenzeichen: B 8 SO 14/13 R; B 8 SO 31/12 R; B 8 SO 12/13 R). Geklagt hatten neben anderen zwei Personen mit Behinderung, die bei der Mutter bzw. dem Vater leben. Eines der Verfahren wurde von Rechtsanwältin Susanne Stojan-Rayer, Vorsitzende des Lebenshilfe-Landesverbandes Schleswig-Holstein, als Prozessvertreterin betreut.

Nach der Regelbedarfsstufe 3 erhalten erwerbsunfähige volljährige behinderte Menschen, die keinen eigenen Haushalt führen, sondern bei ihren Eltern leben, nur 80 Prozent des vollen Regelsatzes – derzeit 313 Euro im Monat statt 391 Euro. Um eine gemeinsame Haushaltsführung zu bejahen, sei nach Ansicht des Gerichts eine Beteiligung an der Haushaltsführung im Rahmen der jeweiligen geistig-seelischen und körperlichen Leistungsfähigkeit ausreichend. Ansonsten würden bestimmte Lebens- und Wohnformen schlechter gestellt als andere, ohne dass hierfür eine sachliche Rechtfertigung ersichtlich wäre. Nur wenn keinerlei gemeinsamer Ablauf im Zusammenleben festzustellen wäre, könne Grund für die Annahme bestehen, eine Person führe keinen eigenen Haushalt. Dafür trüge jedoch der Sozialhilfeträger die Beweislast.

Die Bundesvereinigung Lebenshilfe ist erleichtert über die Entscheidung des BSG, 30.000 bis 40.000 Menschen mit Behinderung könnten davon profitieren. Die vom Gesetzgeber 2011 eingeführte Regelung hat gerade die Personen getroffen, die besonders auf die Unterstützung ihrer Familien und die Solidarität der Gesellschaft angewiesen sind. Gerade behinderte Menschen sind zumeist nicht in der Lage, aus eigener Kraft ihre Einkommenssituation zu verbessern. Vor dem Hintergrund, dass insbesondere Eltern ihre behinderten Kinder oft Jahrzehnte lang zuhause versorgten, sei es gerechtfertigt, diese Leistung nicht auch noch mit einer Kürzung der Grundsicherung „zu strafen“.


Recht auf Teilhabe: Ein Wegweiser zu allen wichtigen sozialen Leistungen für Menschen mit Behinderung.

Recht auf TeilhabeDer langerwartete Nachfolger der »Finanziellen Hilfen« ist da! Die im Sozialrecht normierten Teilhabeleistungen für Menschen mit Behinderung sind weit mehr als »Finanzielle Hilfen«. Hier hat in den letzten Jahren – zuletzt in der UN-Behindertenrechtskonvention manifestiert – ein grundsätzlicher Wandel der Sichtweise stattgefunden, der sich auch in der gesetzlichen Terminologie widerspiegelt: Erfüllt ein Mensch mit Behinderung die in einer Vorschrift normierten Voraussetzungen, dann ist er Leistungsberechtigter und hat auf die Leistung einen gesetzlichen Anspruch. Zudem gehen Teilhabeleistungen weit über den finanziellen Aspekt hinaus. weitere Informationen

 
 
 

Adventskalender

Es ist wieder so weit!
Hier geht es zum Adventskalender.

 
 

Teilhabe statt Ausgrenzung

Die Lebenshilfe mit ihren über 500 örtlichen Vereinigungen und 130.000 Mitgliedern startet am 07.07.2016 eine bundesweite Protest- und Aufklärungskampagne und ruft dazu auf, eine Petition zu den wichtigen Gesetzentwürfen in der Behindertenhilfe zu unterzeichnen.

 
 

"Oschatzer Erklärung“

Menschen, die aufgrund komplexer Beeinträchtigungen in speziellen Wohneinrichtungen leben müssen, erleben bei der Gestaltung ihres Lebens vielschichtige und gravierende Einschränkungen.
Diese Problematik greift die "Oschatzer-Erklärung" auf. Sie ist eine aus der diesjährigen Fachtagung für Intensivpädagogische Wohnstätten im September in Oschatz hervorgegangene Initiative. Zu den Forderungen in dem Papier gehören unter anderem die Erarbeitung fachlicher Konzepte, ein unabhängiges Fallmanagement, die Sicherstellung des Zugangs zur medizinischen und therapeutischen Versorgung und eine Verbesserung der personellen Ausstattung. Hier können Sie mehr dazu lesen:

 
 

Grundsatzprogramm Lebenshilfe

Nach dreijähriger Vorbereitungszeit mit zahlreichen Diskussionen und Konferenzen verabschiedete im November 2011 in Berlin die Mitgliederversammlung der Bundesvereinigung das aktuelle Grundsatzprogramm der Lebenshilfe, das sich an der UN-Behindertenrechtskonvention und deren Forderung nach einer inklusiven Gesellschaft orientiert.

Hier können Sie lesen, was der Lebenshilfe wichtig ist: neues Grundsatzprogramm

 
 
 
 

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